ACD - Agency for Cultural Diplomacy
ACD - Agency for Cultural Diplomacy

Körper_Kultur#игра ~Tanz

Veranstaltung zum 20 Tätigkeitsjubiläum des

Österreichisches Kulturforum AKF Belgrad, Serbien 

 

Kunst_Wissenschaft_Diplomatie: Welle, Funk und Feder

 

Veranstaltungsdatum: 2. Dezember  2021, 12.30-17.30 CET 

 

Körper_Kultur# игра ~Tanz.

Bodenwiser-Mandukić

 

Kunstschaffende, Studierende, Forscher*innen und Expert*innen aus Bereichen der Tanzkunst, Theaterwissenschaft, Philosophie und Diplomatie mit Medienvertretern aus Wien und Belgrad nehmen teil;

Gastpräsentation

von Prof. Dr. Carol Brown

und Teilnehmern aus Australien

 

Anknüpfend an die Ansätze von den zwei in Wien geborenen Pionierinnen moderner Asusdruckstanzkunst, Gertrud Bodenwiser und ihrer Schülerin Smiljana Mandukić, wurde die Kulturhistorischebrücke ´Österreich-Serbien´ mit einem multiperspektivischen Blick, in die Gegenwart gedacht.

 

zum Konferenzprogramm 

 

Begleitende Aktivitäten

Das verkörperte Wissen im Atem unserer Zeit   

 

 

Anleitende Gedanken zur Veranstaltung

 

2021 feiert das Österreichische Kulturforum in Belgrad, Serbien

sein 20. Tätigkeitsjubiläum.

Österreichische Kulturforen (AKF) sind Servicestellen für österreichische Kunst-und Kulturschaffende, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und unterstützen diese bei der Kontakt- und Netzwerkbildung im In- und Ausland.

Mit dem Ziel, Österreich als zukunftsorientiertes Land zu präsentieren, konzentriert sich die internationale Kulturpolitik Österreichs im weltweiten Netzwerk des Auswärtigen Amtes und der AKF´s vor allem auf zeitgenössische und kreative Arbeiten aus der österreichischen Kunst und wissenschaftlichen Forschung. 

Die aktuellen Studiengänge und Programme für zeitgenössische Kunst im Dialog mit den Wissenschaften ermöglichen eine transdisziplinäre, dialogische Auseinandersetzung mit historischen und gesellschaftspolitischen Entwicklungen und ermöglichen kritische Betrachtungen aus unterschiedlichen Perspektiven.[1]

 

Zum Anlass des Jubiläums organisiert Wiener Kulturverein ACD-Agentur für Kulturdiplomatie[2] in Kooperation mit AKF Belgrad und Partner aus Österreich und Serbien die virtuelle Konferenz

mit begleitenden Aktivitäten in Wien und in Belgrad

und lädt Studierende und Fachleute aus Österreich und Serbien ein, teilzunehmen und die 

Perspektiven für die weitere Zusammenarbeit beim Open-end -Panel, auszutauschen.

 

 Ansatz: nachhaltige Entwicklung, ArtImpact

 

Seit der Proklamation der UN-Agenda 2030 im Jahr 2015 werden auch im Strategischen Rahmen des Europarats die 17 Sustainable Development Goals (UN SDGs) der Vereinten Nationen genannt.

Die aktuelle Europäische Kulturdiplomatie[3]fördert Initiativen und Projekte, die aktiv zur Verbesserung des gesellschaftlichen Zusammenhalts beitragen. Der Paradigmenwechsel hin zu nachhaltiger Entwicklung wurde von allen europäischen Ländern angegangen. In Österreich wurden mit dme Beschluss[4] des Ministerrats vom 12. Januar 2016 alle Bundesministerien mit der kohärenten Umsetzung der Agenda 2030 beauftragt. 

Intersektionalität der Nachhaltigkeitsziele erfordert multi-stakeholder Partnerschaften, spartenübergriefende und interdisziplinäre Zusammenarbeit.

ACD-Agency for Cultural Diplomacy Vereinsteam wurde mit dem Gedanken ihrer Mitglieder gegründet, mittls Beiträgen aus künstlerischen Sparten in Dialog mit Wissenschaftenu und Diplomatie, die Umsetzung von 17 Nachhaltigkeitszielen in Österreich, Europaweit und weltweit, zu unterstützen.

Insbesondere ist das Augenmerk auf die Vertrauensbildung durch interkulturelles Dialog gelegt. Gendertheoretischer Perspektive bildet die Basis für die Entwicklung von Kulturvermittlungsmethoden, welche für die Chancengerechtigkeit sensibilisieren und die Entwicklung von gewaltfreie Kommunikationskompetenz unterstützen. 

 

Im Jahr 2020, aufgrund des Ausbruchs der Corona-Pandemie und mit dieser Krisenzustand verbundenen Sicherheitsmaßnahmen wie beispielsweise die soziale Kontakt-und die Mobilitätseinschränkung, wurde die digitale Mediennutzung stark erhöht. Zahlreiche Kunst- und Kulturveranstaltungen wurden im virtuellen Raum durchgeführt und über neue Medienplattformen übertragen. Um alternative Räume für Dialoge, Begegnungen und Performances der österreichischen Kunsts-und Kulturschaffenden sowie für das internationale Publikum zu bieten, hat Österreich´s Internationale Kulturpolitik („Auslandskultur“) neue digitale Kommunikationskanäle etabliert. Die ZOOM-Plattform, Youtube, Facebook-Ausstrahlung, Radiokanäle, Podcasts, wurden zu neuen Bühnen und Treffpunktsorten.

 

Welche Auswirkungen hat die digitale Transformation auf die Kommunikation im Feld der Kulturdiplomatie?

Wie funktionieren die Sprachkontakte im digitalen Raum?

Welche neuen Kommunikationstools und welche Vermittlungsformate werden von Kunstschaffenden aktuell verwendet?

 

´What matters´ im aktuellen globalen nachhaltigen Entwicklungsprozess, gefolgt von den Auswirkungen der C-19-Pandemie?

 

Zu diesen Fragen wird ein transdisziplinärer Austausch

mit Beiträgen aus dem Bereich der zeitgenössischen Kunst, Wissenschaft und Diplomatie, angleitet.  

 

 Kunst als Form der Kulturdiplomatie in Österreich und in Serbien:

Modelle, Praktiken, Beispiele

 

Gertrud Bodenwieser und ihre Schülerin, Smiljana Mandukić, haben in ihrer künstlerischen Praxis das emanzipatorische Potenzial der Ausdruckstanzkunst im Dialog mit sozial-politischen Herausforderungen der Zeit thematisiert und in ihren choreographischen Werken zum Ausdruck gebracht.

Hohes soziales Engagement (Projekte und kostenloser Unterricht für arbeitslose und von Armut betroffenne), Beiträge für humanitäre Zwecke (Rotes, Kreuz u.a.), transdisziplinäre und kritische Ansätze, zeichen die beiden Ausdruckstanzpionierinnen aus. 

 

Smiljana Mandukić und Gertrud Bodenwieser haben beide in ihrer Methodik auf die Auswirkung ihrer Übungen auf die körperliche und seelische Gesundheit und Wohlbefinden ihrer Studierenden geachtet. Der holistische Ansatz wurde insbesondere von Bodenwieser-Studierenden in Australien bis in die Gegenwart praktiziert. 

 

Während des Ersten und Zweiten Weltkriegs und dem Aufkommen des Faschismus, der Weltwirtschaftskrise (in den USA), wurde der moderne Tanz zu einem Medium für Widerstand und gesellschaftlichen Wandel. Das Konzept der Tanzkunst als diskursive Praxis, basierend auf der „Freien Bewegung“, ist sowohl im technischen als auch im theoretischen Teil der Tanzausbildung und -praxis zur neuen ästhetischen Konvention geworden: als Ausdruck zeitgenössischer gesellschaftlicher Anliegen und als potenzielles Tool für Veränderungen.

 

Welche Wirksamkeit, könnte die Kunst der Gegenwart als Form der Kulturdiplomatie haben, um das Bewusstsein für aktuelle gesellschaftspolitische Herausforderungen zu stärken? Und, wie kann die Kunst-basierte akademische Forschung und Lehre den Problemlösungsprozess im Hinblick auf die Europäische Politik zur Umsetzung von nachhaltiger Entwicklungsziele, unterstützen?

 

Translatorisches Potenzial künstlerischer Ausdrucksformen ist über sprachlichen, geopolitischen und kulturellen Grenzen hinweg wirksam. Medienkunst, sowie Tanz- und Theaterkunst unterstützt die Entwicklung interkultureller Sensibilität durch den Zugang zu diversen kulturellen Räumen und somit, die Bekanntmachung mit diversen Klängen und mit diesen Klängen verbundenen Sprachen und Kulturen, ermöglichen.

Medienkunst, insbesondere Radio als Medium fördert die Fähigkeit zum aktiven Zuhören und ermöglicht Sprachkontakte als Form von Kulturkontakten. Inspiriert mit Wiener Radio-Übertragungen von Tanz-und Gymnastik, kontaktierte Smiljana Mandukić den damaligen Direktor von Radio Belgrad, Dr. Braun (österreichischer Herkunft), mit der Anfrage zu Kooperation und wurde daraufhin engagiert.

Die von Mandukić geleiteten "Gymnastik-Stunden" über Radio Belgrad1 zw. 1931-1940. erreichten diverse Altersgruppen und Sparten. Sie erhielte zahlreiche Dankensbriefe von Teilnehmern, darunter auch vom Blinden Verband in Belgrad. Mandukić erzielte ein hoher Bekanntheitsgrad über ihre Radio-Vermittlung und erreichte ein breites Auditorium. Zudem konnte sie von hochdotierten Honoraren (200 Dinar pro Sendung) ihre Tanzschule finanzieren und weiterhin kostenloser Unterricht anbieten.

Mandukić würdigte ihre Kooperation mit Radio Belgrad in ihren Erzählungen und späteren Radio -Interviews. Die Reichweite, die sie über Radio-Wellen erlangte trug auch dazu bei, (wie es Mandukić in ihren Erzählungen betonte) dass der Zugang zur ´Körperkultur´ für viele Menschen ermöglicht wurde, weil die Kunst in der Zeit nur einem begrenzten Anzahl von vollhabenden zugänglich war. Über Radio-als Vermittlungsmedium konnten diese Ansätze zugänglich und wirksam werden, für viele, die kein Zugang zu Kunst in ihrem Alltag hatten. 

 

Ein solcher Zugang zur Medienkunst wird durch Tatjana Christelbauer´s zweisprachiges Hörspiel „Der Federflug“ von serbischer und internationaler Künstlerin Ana Sofrenović, performativ dargestellt. Durch eine geführte phonetische Übung wird dabei ein turbulentes Gefühlszustand über Radio zum kollektiven und zugleich zum individuellen Erlebnis vermittelt. Die zweisprachige phonetische Landschaft wurde unter Verwendung von Ausdrücken aus deutscher und serbischer Sprache nach Wor(l)ding -Methode von Christelbauer, Bertol Brecht´s Radiotheorie und Radiostück "Der Ozeanflug", kreiert.

 

Die Einbindung der Orange Feather Initiative[1] in das Konferenzprogramm durch Kunstperformances und Präsentationen soll das zeitgenössische künstlerische Engagement zu aktuellen globalen gesellschaftspolitischen Themen wie geschlechtsspezifischer Gewalt verdeutlichen, indem Beispiele kreativer Praktiken aufgezeigt werden, welche zur Verhaltensänderungen beitragen und diese anleiten können sowie die Entwicklung von kommunikativer Kompetenzen für gewaltfreie Kommunikation fördern, und somit zu Praxis von friedlicher Beziehungskultur und zur Gewaltprävention, beitragen. 

 

Mit Präsentation von Prof. Dr. Carol Brown, Leiterin der Tanzabteilung an der Victorian College of Arts, University of Melbourne, und Botschafterin der Orange Feather Initiative, wurde die Österreich-Serbien- interkulturelle Brücke nach Australien und Neuseeland erweitert.

Gertrud Bodenwieser immigrierte im Jahr 1938 nach Neuseeland und Australien, wo sie eine erfolgreiche Tanzschule und Ensemble entwickelte. Ihr Nachlass und Beitrag zur Entwicklung des modernen Tanzstils in Australien und Neuseeland wurde von der zeitgenössischen Kunstszene und darüber hinaus, größte Anerkennung zugesprochen.

 

Die Veranstaltungsbeiträge Körper_Kultur# игра ~Tanz. Bodenwieser-Mandukić und das Projektmaterial sollen zur transkulturellen Forschung in der Tanzkunstgeschichte sowie im akademischen Bereich internationaler Beziehungen beitragen und die neue Generation dazu inspirieren, an die kunsthistorischen Verbindungen in der Gegenwart anzuknüpfen, die Geschichte bei der Zukunftsgestaltung multiperspektivisch und kritisch zu reflektieren, den aktuellen Herausforderungen, mit konstruktiven und nachhaltigen Ansätzen gemeinsam entgegenzuwirken.

 

Biografischen Daten und Details aus künstlerischer Praxis von Smiljana Mandukić in deutscher und von Gertrud Bodenwieser in serbischer Sprache, wurden in dem von Tatjana Christelbauer verfassten biographischen Album, zusammen gebracht und im Feld internationaler Beziehungen geortet. 

 

Layout, Format: Gain points aus künstlerischem Schaffen und die biographischen Angaben aus intersektioneller Perspektive, wurden auf diversen Vorlagen, mit diversen Schriftsarten, auf Slides, verfasst. PowerPoint- Präsentationsform wurde mit dem Gedanken gewählt, die wesentlichen biographischen Angaben aus der Lebensgeschichte von Smiljana Mandukić und von Gertrud Bodenwieser, mit Angaben zu ihrem künstlerischen Schaffen im Kontext internationaler Beziehungen zu verknüpfen und dabei die Heterogenität ihrer Ansätze und die Konsistenz, mit welche die beiden Kunstschaffenden trotz diverser Umbrüche und Lebensumstände ("Vorlagen", "Vorschriften"), ihr soziales und künstlertisch-pädagogisches Engagement erfolgreich fortgeführt haben, hervorzuheben. 

Daten und Archivbilder zum Leben, Werk, Nachlass - von Smiljana Mandukić und von Gertrud Bodenwieser wurden aus diversen Quellen entnommen, übersetzt (aus englischem, deutschen, srbischen) und mit persönlichen Gedanken der Verfaserin (ehemalige Tänzerin im Tanzensemble von Smiljana Mandukić, in einem Werk verwoben. Die Zitationsangaben wurden am Ende jew. Profils eingeführt.

 

Das biographische Album und Diafilm Bodenwieser-Mandukić (technische Bearbeitung von Vesna Dimitrijević/Ideapro.at, werden unter creative commons (CC) in digitaler Form auf den Webseiten des ACD-Vereins,  des Österreichischen Kulturforums Belgrad und der Projektpartner verfügbar sein.

 

 

In Wien, am 20. Oktober 2021

Tatjana Christelbauer MA


 Orange _Art: https://www.acdvienna.org/f-m-lifearts/orange-feather-initiative/orange-the-world-art/

Weblink Orange Feder initiative: https://www.acdvienna.org/f-m-lifearts/orange-feather-initiative/

Austriakultur digital: https://austriakulturdigital.at/en/2020/06/25/about/

ACD-SDG strategy 2030.pdf
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ACD- 2016-2020
ACD-book of activities, brief introduction, documents and Photodocumentation
ACD-Bericht 16-20.pdf
PDF-Dokument [81.3 MB]
Report UNESCO Futures DEC.2020.pdf
PDF-Dokument [16.3 MB]
Pact for skills signed.pdf
PDF-Dokument [534.1 KB]
ACD-Financial statements 2016-19
ACD-financial statements 2016-19.pdf
PDF-Dokument [2.6 MB]
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